Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen eingetroffen und hat sich beim Bürgerfest volksnah gezeigt. Vor dem zentralen Festakt führte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) den Kanzler und weitere bekannte Politiker über den Marktplatz vor dem historischen Rathaus. Dort erklärte er den Gästen unter anderem die Geschichte der Roland-Statue, die als Symbol für die Freiheiten und Rechte der Stadt gilt.
Zu der Gruppe, die sich für ein gemeinsames Foto auf dem Marktplatz versammelte, gehörten neben Merz auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) mit ihrem Lebenspartner Jörg Pilawa, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU). Zahlreiche Passanten verfolgten den Rundgang. «Schau, da ist unser Bürgermeister», sagte ein Mann zu einer Frau, die er im Rollstuhl schob. Kurz darauf fügte er aufgeregt hinzu: «Und da ist unser Bundeskanzler!»
Nach einigen Minuten auf dem Marktplatz ging die Gruppe ins Rathaus. Der Spaziergang der Politikerinnen und Politiker wurde von zahlreichen Sicherheitskräften begleitet, dennoch konnten interessierte Menschen relativ nah an sie herankommen. Die Stimmung war positiv und freundlich. Bürgermeister Bovenschulte zeigt sich oft in der Stadt. Da Bremen derzeit die Präsidentschaft im Bundesrat innehat, findet das zentrale Fest zum Tag der Deutschen Einheit in der Hansestadt statt.
Das Bürgerfest war zuvor mit einem symbolischen Raketenstart eröffnet worden. «Das war auch für mich eine Überraschung», sagte Bundesratspräsident Bovenschulte nach dem offiziellen Startschuss. Bei strahlendem Sonnenschein zählten die Besucherinnen und Besucher gemeinsam einen Countdown herunter, dann startete symbolisch ein 17 Meter hoher Nachbau der Ariane-Trägerrakete, die unter anderem in Bremen gebaut wird. «Damit eröffnen wir das Bürgerfest offiziell», rief Bovenschulte.
Drei Tage lang soll in Bremen gefeiert, debattiert und getanzt werden. Bis zu 450.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Das Fest steht unter dem Motto «Viele Stärken – Ein Land». Bovenschulte sagte: «Wir gemeinsam packen die Dinge an, wir gemeinsam halten zusammen und wir gemeinsam gestalten eine gute Zukunft – und dafür soll dieses Bürgerfest stehen.»
Bis Sonntag sind rund 800 Veranstaltungen geplant, darunter kostenlose Konzerte, Diskussionen, Führungen und Ausstellungen. Die Verfassungsorgane Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht zeigen ihre Arbeit. Die Bundesländer laden zum Genießen, Zuhören und Entdecken ein. Zum offiziellen Festakt am Samstag werden zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur erwartet, unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Merz, Bundestagspräsidentin Klöckner, einige Minister und die Regierungschefs der Länder.
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