In Bremen haben am Samstagmorgen die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Friedrich Merz und die Spitzen der weiteren Verfassungsorgane trugen sich zunächst ins Goldene Buch der Stadt ein. Anschließend nahmen sie an einem ökumenischen Gottesdienst im Bremer St.-Petri-Dom teil.
Die Kirchenvertreter riefen in dem Gottesdienst zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung auf. Bremen richtet als derzeitiges Vorsitzland im Bundesrat die dreitägigen Feiern zum 36. Jahrestag der Wiedervereinigung aus. Die Veranstaltungen hatten bereits am Freitag begonnen und dauern bis Sonntag an.
Höhepunkt des Tages ist der zentrale Festakt, der um 12.00 Uhr im Konzerthaus beginnt. Die Festrede wird Bundespräsident Steinmeier halten. Am Nachmittag übergibt Bürgermeister Andreas Bovenschulte den Staffelstab für die Bundesratspräsidentschaft ab November symbolisch an Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Damit endet die Bremer Amtszeit im Bundesrat.
In der Bremer Innenstadt und an der Weser findet ein Bürgerfest mit Musik, Theater und Diskussionsrunden auf mehr als hundert Bühnen statt. Insgesamt werden über das Wochenende mehr als 400.000 Besucher erwartet. Die Feierlichkeiten stehen in diesem Jahr unter dem Eindruck der aktuellen politischen Lage und sollen ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Gesellschaft setzen.
Bereits am Vorabend der Feierlichkeiten war es zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Die genauen Umstände und Hintergründe der Auseinandersetzungen sind bislang nicht vollständig geklärt. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot im Einsatz, um die Sicherheit der Veranstaltungen zu gewährleisten.
Neben den zentralen Feierlichkeiten in Bremen wurde auch in anderen Teilen Deutschlands an die Wiedervereinigung erinnert. In Brandenburg würdigte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Steeven Bretz, an der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl und dessen Einsatz für die Einheit. «Ihm haben wir vieles zu verdanken, insbesondere, dass die Einheit geglückt ist», sagte Bretz. «Dass wir die Einheit feiern können, ist, glaube ich, ein Geschenk der Geschichte.» Kohl gilt als «Kanzler der Einheit», in seine Amtszeit von 1982 bis 1998 fiel die Wiedervereinigung.
Die Glienicker Brücke ist ein Ort mit bewegter Geschichte. Sie wurde im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs gesprengt und nach dem Wiederaufbau 1949 feierlich als «Brücke der Einheit» eröffnet. Im Kalten Krieg wurde sie durch den internationalen Agentenaustausch bekannt. In Brandenburg wurde der Tag der Einheit mit mehreren Veranstaltungen begangen, zudem öffnete die Landesvertretung Brandenburg in Berlin ihre Türen für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Landesregierung mit Ministerpräsident Dietmar Woidke an der Spitze nimmt an den zentralen Feierlichkeiten in Bremen teil.
Der Tag der Deutschen Einheit erinnert an die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. In diesem Jahr jährt sich das Ereignis zum 36. Mal. Die Feierlichkeiten in Bremen sind Teil einer Tradition, bei der jedes Jahr ein anderes Bundesland die zentralen Veranstaltungen ausrichtet. Bremen hatte die Organisation als Bundesratsvorsitzland übernommen und ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt.
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