Volkswagen hat eine weltweite Rückrufaktion für mehr als 70.000 Elektroautos angekündigt. Grund sind fehlerhafte Batterien, die nach Angaben des Unternehmens ein Sicherheitsrisiko darstellen. In Deutschland sind rund 10.000 Fahrzeuge betroffen. Die Halterinnen und Halter sollen ihre Fahrzeuge in die Werkstätten bringen, wo die Batterien überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
Bis zur Prüfung empfiehlt Volkswagen den Betroffenen, die Akkus nur noch bis maximal 80 Prozent zu laden. Damit soll das Risiko einer möglichen Brandgefahr reduziert werden. Der Rückruf betrifft ausschließlich Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb, nicht die Verbrenner-Modelle des Herstellers. Wie das Unternehmen mitteilte, werden die Halter direkt kontaktiert und über die weiteren Schritte informiert.
Es ist bereits der zweite größere Rückruf von Volkswagen innerhalb weniger Wochen. Erst vor Kurzem musste der Autobauer Millionen Fahrzeuge wegen einer korrosionsanfälligen Schraube in die Werkstätten rufen. Damals waren deutlich mehr Kunden betroffen, allerdings handelte es sich nicht um Elektroautos. Der aktuelle Rückruf zeigt, dass die Qualitätssicherung bei Elektrofahrzeugen weiterhin eine Herausforderung für die Branche darstellt.
Für die betroffenen Halter bedeutet der Rückruf zunächst einen zusätzlichen Werkstatttermin. Volkswagen betont, dass die Überprüfung und der Austausch der Batterien für die Kunden kostenlos sind. Die Aktion läuft weltweit, wobei der Schwerpunkt auf Europa und insbesondere Deutschland liegt. Wie lange die Reparaturen dauern werden, ist noch nicht bekannt. Das Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, die Ersatzteile bereitzustellen.
Die Rückrufaktion könnte auch Auswirkungen auf den Absatz von Volkswagen haben. In den vergangenen Monaten hatte der Konzern bereits mit Problemen bei der Software und der Produktion von Elektroautos zu kämpfen. Ein weiterer Rückruf dürfte das Vertrauen der Kunden in die Elektromobilität belasten. Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass Rückrufe bei neuen Technologien nicht ungewöhnlich sind und die Hersteller verpflichtet sind, Sicherheitsmängel umgehend zu beheben.
Volkswagen selbst sieht die Aktion als Teil seiner Qualitätsoffensive. Man nehme Sicherheitsbedenken ernst und handle proaktiv, heißt es aus dem Unternehmen. Die betroffenen Fahrzeuge würden einer gründlichen Prüfung unterzogen, um die Ursache der fehlerhaften Batterien zu ermitteln. Erste Erkenntnisse deuten auf einen Produktionsfehler in einem Zuliefererwerk hin. Der Zulieferer sei bereits informiert und arbeite an einer Lösung.
Für die Region Südbaden und den Raum Waldshut bedeutet der Rückruf, dass auch lokale Volkswagen-Händler und Werkstätten mit zusätzlichen Anfragen rechnen müssen. Wie viele Fahrzeuge in der Region betroffen sind, ist nicht bekannt. Die Händler vor Ort sind jedoch angehalten, die Halter bei der Terminvergabe zu unterstützen und die Reparaturen zügig durchzuführen. Kunden sollten sich bei Fragen direkt an ihren Volkswagen-Partner wenden.
5

