An der Spitze des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC) steht ein rascher Führungswechsel bevor. Vorstandschefin Helen Giza scheidet in Kürze aus dem Unternehmen aus, wie FMC mitteilte. Ihr Nachfolger wird zum 12. Oktober Shervin Korangy. Der Aufsichtsrat bestellte den 51-Jährigen einstimmig. Genaue Gründe für die Personalie nannte das Unternehmen nicht.
Giza hatte den Konzern mit Sitz in Bad Homburg vier Jahre lang geleitet. Zuvor war sie nach Angaben des Unternehmens drei Jahre lang Finanzvorständin. Mit dem Wechsel endet eine Phase, in der FMC einen umfassenden Umbau durchlaufen hat. Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Sen erklärte, die Ziele der Transformation der vergangenen Jahre seien weitgehend erfüllt. «In der nächsten Wachstumsphase wird das Unternehmen von einem anderen Führungsprofil profitieren», sagte Sen.
Der designierte Vorstandschef Korangy ist mit dem Unternehmen bereits vertraut. Seit 2023 gehörte er dem Aufsichtsrat von Fresenius Medical Care an. Dieses Mandat hat er nun niedergelegt, um die operative Führung zu übernehmen. Zuletzt war Korangy Chef von BVI Medical, einem US-Hersteller von chirurgischen Produkten. Damit wechselt ein Manager an die Spitze des Dialysespezialisten, der sowohl Aufsichtserfahrung im eigenen Haus als auch Führungserfahrung in der Medizintechnik mitbringt.
FMC beschäftigt nach eigenen Angaben fast 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Konzern zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Dialyseprodukten und -dienstleistungen. Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der das Unternehmen nach dem mehrjährigen Umbau wieder auf Wachstum ausgerichtet werden soll. Der Aufsichtsrat setzt dabei auf einen Wechsel des Führungsprofils, ohne dass das Unternehmen Einzelheiten zu den Hintergründen des Ausscheidens von Giza mitteilte.
Die Personalie ist Teil eines breiteren wirtschaftlichen Geschehens. Im selben Unternehmens-Liveblog der Berichterstattung wurden weitere Themen behandelt: So untersagt der Bund den Verkauf einer Logistikfirma an chinesische Interessenten. Zudem bringt das Kabinett eine Länderbeteiligung an einem Tankrabatt auf den Weg. Die Internationale Energieagentur beschleunigt die Freigabe von Ölreserven. Diese Meldungen betreffen unterschiedliche Bereiche der Wirtschaft, stehen aber für die aktuelle Lage, in der Unternehmen, Staat und internationale Organisationen auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren.
Für Fresenius Medical Care bedeutet der Chefwechsel zunächst eine Zäsur an der Spitze. Korangy übernimmt die Führung in einem Umfeld, das von den Folgen der Transformation und den Erwartungen an eine neue Wachstumsphase geprägt ist. Wie das Unternehmen die kommenden Monate ausrichtet, wird maßgeblich von der neuen Führung abhängen. Weitere Angaben zu den Gründen des Wechsels oder zu möglichen strategischen Änderungen machte FMC nicht.
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