Die Europäische Zentralbank hat der italienischen Großbank UniCredit die Genehmigung erteilt, ihren Anteil an der Commerzbank deutlich aufzustocken. Das teilte das Institut selbst mit. Damit rückt die seit zwei Jahren vorbereitete Übernahme des Frankfurter Dax-Konzerns in greifbare Nähe. Nach Angaben der Bank soll die Kontrolle über die Commerzbank gegen Jahresende übernommen werden.
Die Freigabe durch die Bankenaufsicht der EZB gilt als entscheidender Schritt. Sie erlaubt es der UniCredit, ihren Anteil auf nahezu 50 Prozent auszubauen. Bislang hatte die italienische Großbank ihren Einfluss nur schrittweise vergrößert und dabei die regulatorischen Hürden beachten müssen. Mit der nun vorliegenden Genehmigung entfällt eine zentrale Voraussetzung für die vollständige Übernahme.
Die UniCredit hatte sich seit rund zwei Jahren an die Commerzbank herangepirscht. Im Sommer unternahm sie den Versuch, mit einem Übernahmeangebot die Mehrheit der Anteile zu erwerben. Dieses Angebot verfehlte die erforderliche Mehrheit nur knapp. Nun gibt die EZB-Aufsicht den Italienern grünes Licht für den nächsten Schritt. Die Zustimmung der Aufseher war mit Spannung erwartet worden, da sie über den weiteren Kurs der Übernahme entscheidet.
Für die Commerzbank, eines der größten Geldhäuser Deutschlands und im Dax gelistet, bedeutet die Entscheidung eine tiefgreifende Veränderung der Eigentümerstruktur. Die Bank war zuletzt verstärkt in den Fokus internationaler Übernahmeinteressen geraten. Mit der Genehmigung der EZB wird der Weg für die UniCredit frei, die Kontrolle zu übernehmen und die Geschicke des Instituts maßgeblich mitzubestimmen.
Die Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit wäre eine der größten grenzüberschreitenden Bankenfusionen in Europa seit Jahren. Sie fällt in eine Phase, in der die europäische Bankenlandschaft vor großen Herausforderungen steht und Konsolidierung als Mittel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit diskutiert wird. Die EZB als zentrale Aufsichtsbehörde hatte die Pläne der Italiener eingehend geprüft.
Ob und wann die Übernahme tatsächlich vollzogen wird, hängt nun von den weiteren Schritten der UniCredit ab. Das Institut hat angekündigt, gegen Jahresende die Kontrolle übernehmen zu wollen. Für die Beschäftigten und den Standort Frankfurt ergeben sich daraus erhebliche Konsequenzen, die jedoch noch nicht im Detail bekannt sind. Die Commerzbank selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Vorgängen.
Die Entscheidung der EZB ist ein Meilenstein in einem seit Langem andauernden Prozess. Die UniCredit hatte ihren Anteil an der Commerzbank bereits mehrfach erhöht und damit Spekulationen über eine vollständige Übernahme befeuert. Mit der nun erteilten Genehmigung ist der Weg für die Italiener frei, die Mehrheit zu erlangen und die Kontrolle zu übernehmen. Beobachter werten dies als Signal für eine weitere Konsolidierung im europäischen Bankensektor.
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