Fast alle Flachwasser-Korallenriffe weltweit sind stark bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Weltnaturschutzunion IUCN, über den mehrere Medien berichten. Demnach könnten beinahe alle Riffe dieser Art bis zum Jahr 2075 zusammenbrechen, wenn sich die Bedingungen nicht grundlegend ändern. Besonders die steigenden Meerestemperaturen setzen den empfindlichen Ökosystemen zu.
Die IUCN führt in ihrem Report mehrere Belastungen zusammen. An erster Stelle steht die Hitze, die Korallen ausbleichen lässt. Hinzu kommen Überfischung und die Bebauung von Küsten, die den Lebensraum der Riffe zusätzlich einengen. Die Kombination dieser Faktoren macht die Lage nach Einschätzung der Naturschützer besonders kritisch. Flachwasser-Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Meere und sind für viele Küstengemeinden wirtschaftlich bedeutsam.
Noch geben die Fachleute die Riffe nicht verloren. Der Bericht betont, dass sich Korallenriffe erholen können, wenn die Belastungen reduziert werden. Entscheidend ist demnach, die Erderwärmung einzudämmen und die Meerestemperaturen zu stabilisieren. Daneben müssten Überfischung und schädliche Küstenbebauung eingedämmt werden, damit sich die Bestände regenerieren können. Welche konkreten Maßnahmen nötig sind, ist Gegenstand der laufenden Diskussionen unter Fachleuten und politischen Entscheidungsträgern.
Die Warnung der IUCN reiht sich in eine Serie von Berichten über den Zustand der Weltmeere ein. Korallenriffe gelten als Frühwarnsystem für die Gesundheit der Ozeane, weil sie auf Temperaturveränderungen besonders schnell reagieren. Ein großflächiger Zusammenbruch hätte Folgen weit über die betroffenen Regionen hinaus: Fischerei, Tourismus und Küstenschutz hängen vielerorts direkt von intakten Riffen ab. Der Bericht macht deutlich, dass die Zeit für Gegenmaßnahmen knapp wird.
Die Weltnaturschutzunion ist ein internationaler Zusammenschluss von Staaten und Naturschutzorganisationen. Sie veröffentlicht regelmäßig Einschätzungen zum Zustand von Arten und Ökosystemen. Der aktuelle Report zu den Flachwasser-Korallenriffen unterstreicht aus Sicht der Autoren, dass der Schutz der Meere stärker als bisher in den Mittelpunkt rücken muss. Ob und wie schnell die Empfehlungen umgesetzt werden, liegt bei den nationalen Regierungen und internationalen Gremien.
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