Bundesaußenminister Johann Wadephul hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin scharf angegriffen und ihm eine brutale Zermürbungstaktik im Krieg gegen die Ukraine vorgeworfen. «Putins Grausamkeit kennt keine Grenzen», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Putin setze «seinen Raketenterror auf die Ukrainerinnen und Ukrainer, darunter viele Kinder, mit immer größerer Härte fort».

Wadephul reagiert damit auf die jüngsten massiven Angriffe auf die Ukraine, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Allein in den vergangenen drei Tagen seien Dutzende Zivilistinnen und Zivilisten getötet worden, darunter Kinder. Wohnhäuser würden Nacht für Nacht gezielt zerstört, Menschen im Schlaf getötet. «Diese Zermürbungstaktik ist unfassbar brutal», kritisierte der Außenminister.

Besonders schwer traf es die Stadt Pryluky, rund 120 Kilometer östlich von Kiew. Dort waren bei russischen Angriffen mindestens 19 Menschen getötet und 55 weitere verletzt worden, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Unter den Toten waren demnach fünf Kinder, fünf weitere Kinder wurden verletzt. Ein fünfstöckiger Wohnblock sei getroffen worden.

Wadephul warnte, die vergangenen Tage hätten bewiesen, dass der russische Präsident voll auf Eskalation setze. Dennoch werde Putin scheitern, «am Widerstand der Ukraine – und an unserer fortgesetzten Unterstützung für deren Verteidigung».

Der Außenminister verwies darauf, dass die EU erst am Mittwoch weitere 1,2 Milliarden Euro für lebensrettende Luftverteidigung in der Ukraine bereitgestellt habe. «Zugleich werden wir unsererseits den Druck auf Russlands Kriegswirtschaft und ihre Unterstützer mit neuen Sanktionen erheblich verstärken», kündigte er an. In Brüssel würden derzeit letzte Schritte abgestimmt, damit die bislang umfassendsten Strafmaßnahmen gegen Personen und Unternehmen schon bald greifen. «Auch dies wird Russlands Fähigkeit, die Ukraine anzugreifen, empfindlich treffen.»

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte erklärt, es liefen Vorbereitungen, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmaßnahmen zu belegen.

Wadephuls verschärfte Tonlage folgt auf ein ergebnisloses Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Der Minister setzt nun auf weitere Strafmaßnahmen, um Moskau unter Druck zu setzen.

Neben der Kritik an den Angriffen auf die Ukraine forderte Wadephul auch Aufklärung zum mutmaßlichen Pest-Tod einer russischen Laborantin. Details zu diesem Fall nannte er zunächst nicht.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.