Russische Behörden haben nach eigenen Angaben massive ukrainische Drohnenangriffe auf St. Petersburg und Moskau registriert. Im Hafen der Newa-Metropole St. Petersburg brach infolge eines Angriffs ein Feuer in einem Öllager aus. Auch die russische Hauptstadt Moskau war nach offiziellen Angaben Ziel massiver Angriffe. Über mögliche Schäden oder Opfer machten die Behörden zunächst keine näheren Angaben.
Die Angriffe auf St. Petersburg und Moskau markieren eine erneute Zuspitzung des seit Monaten andauernden Drohnenkriegs zwischen der Ukraine und Russland. Beide Seiten setzen verstärkt auf unbemannte Luftfahrzeuge, um militärische und infrastrukturelle Ziele tief im gegnerischen Hinterland zu treffen. Während die Ukraine ihre Angriffe häufig mit der Notwendigkeit der Verteidigung und der Schwächung der russischen Kriegsmaschinerie begründet, spricht Russland von Terrorakten gegen die Zivilbevölkerung.
Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben der russischen Behörden in der Regel nicht. Die Ukraine äußert sich zu konkreten Operationen auf russischem Territorium oft nicht im Detail. In der Vergangenheit hatten Drohnenangriffe wiederholt Infrastruktureinrichtungen wie Raffinerien oder Treibstofflager getroffen und damit die russische Logistik beeinträchtigt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat unterdessen bestätigt, dass das Satelliteninternetsystem Starlink in der Ukraine weiterhin gedrosselt ist. Bereits seit einiger Zeit berichten ukrainische Militärs und Nutzer von Einschränkungen bei der Datenübertragung. Die Drosselung betrifft insbesondere die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Verbindung, die für die ukrainische Armee eine zentrale Rolle bei der Kommunikation und der Steuerung von Drohnen spielt. Die Gründe für die anhaltende Drosselung sind nicht vollständig geklärt; der Betreiber SpaceX hat sich bislang nicht umfassend zu den Einschränkungen geäußert.
Starlink ist für die Ukraine im Krieg gegen Russland zu einem unverzichtbaren Kommunikationsmittel geworden. Das System ermöglicht der Armee und auch zivilen Einrichtungen den Zugang zum Internet, selbst in Regionen, in denen die herkömmliche Infrastruktur zerstört ist. Eine Drosselung kann daher erhebliche Auswirkungen auf die militärische Koordination und die zivile Versorgung haben. Selenskyj hatte wiederholt auf die Bedeutung einer stabilen Satellitenverbindung hingewiesen.
Ein weiteres Thema in der aktuellen Entwicklung ist die Ankündigung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, Teile der Russland-Sanktionen auszusetzen. Welche Sanktionen genau betroffen sind und welche Folgen dies für die internationale Unterstützung der Ukraine haben könnte, ist noch unklar. Die Europäische Union und andere westliche Partner haben bislang keine Anzeichen für eine Lockerung ihrer eigenen Sanktionen gegen Russland erkennen lassen. Beobachter sehen in der Ankündigung Trumps einen möglichen Kurswechsel der US-Politik gegenüber Moskau, der die Geschlossenheit des Westens auf die Probe stellen könnte.
Die Lage im Ukraine-Krieg bleibt angespannt. Die jüngsten Drohnenangriffe auf russische Großstädte und die anhaltende Drosselung des Satelliteninternets zeigen, wie stark der Konflikt auch die technologische und infrastrukturelle Ebene betrifft. Die russischen Behörden haben bislang keine vollständigen Schadensberichte vorgelegt. Die ukrainische Seite hat die Angriffe nicht offiziell bestätigt, was jedoch bei Operationen auf russischem Territorium der üblichen Praxis entspricht.
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