Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, im Ukrainekrieg die falsche Seite zu unterstützen. In einem Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan sagte Selenskyj am Mittwoch, er fühle sich von Trump verraten. «Wirklich, ja... aber es ist ein bisschen komplizierter als nur meine Gefühle», so der Präsident. «Es ist schmerzhaft, wenn Präsident Trump eine Seite wählt – und nicht unsere», fügte er hinzu. Selenskyj machte auch Trumps Umfeld für den Kurswechsel verantwortlich: «Ich glaube, Trumps Berater liegen falsch. Ich weiß nicht, wer ihn auf die falsche Seite drängt.» Und weiter: «Das ist nicht die richtige Seite der Geschichte. Es ist eine Schande, dass wir einen starken Partner verlieren.»
Ein weiterer Streitpunkt ist die Sperrung des US-Satellitendienstes Starlink für ukrainische Militäreinheiten. Die Ukraine bestätigte, dass der Zugang zu Starlink-Terminals stark eingeschränkt wurde, was die Kampfoperationen erheblich behindere. Der Dienst wird von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX betrieben. Selenskyj bezeichnete die Einschränkung als «großen Fehler» und warnte eindringlich: «Menschen werden sterben», sollte der Dienst nicht wiederhergestellt werden. Kiew habe Washington bereits um die Aufhebung der Sperre ersucht.
Bereits am 11. Oktober hatte Trump einen einseitigen Energiewaffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine verkündet – ohne Absprache mit Kiew. Die Ukraine stimmte dem Schritt zu und stellte ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien zunächst ein. Russland hingegen setzte seine Attacken auf das ukrainische Stromnetz fort, ohne dass Trump Kritik äußerte. Trump hatte zuvor die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien für steigende Kraftstoffpreise verantwortlich gemacht – eine Einschätzung, die von Experten bestritten wird.
Während die Beziehungen zu Washington auf einem Tiefpunkt angelangt sind, reiste Selenskyj am Mittwoch nach Großbritannien. London sicherte zu, die Lieferung von Flugabwehrraketen zu beschleunigen. Der britische Premierminister Andy Burnham kündigte an, «Brücken» zwischen der Ukraine und den USA reparieren zu wollen.
Unterdessen meldeten sowohl Polen als auch Bulgarien Brände in Starlink-Anlagen. Ein Oppositionsbündnis erklärte, die betroffenen Antennen würden im Ukraine-Krieg genutzt. Die Ukraine beklagte nach den jüngsten Angriffen abermals eine fehlende Vorwarnung. Zudem teilte Kiew mit, dass weitere Dörfer in der Region Donezk befreit worden seien.
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