Ein Reporter der britischen Zeitung «Independent» ist nach einer Frage zu einer Initiative von US-Präsident Donald Trump aus dem Pressepool des Weißen Hauses ausgeschlossen worden. Der Korrespondent verliert damit den Zugang zur «Air Force One» und zu den Reisen des Präsidenten. Auslöser war nach Angaben des Blattes eine einfache Frage zu einem Regierungsprogramm Trumps.

Der Vorfall zeigt, wie empfindlich der Präsident und sein Stab auf unliebsame Nachfragen reagieren. Der Ausschluss aus dem Pressepool bedeutet für den betroffenen Journalisten einen erheblichen Einschnitt in seine Arbeit: Der Pool begleitet den Präsidenten bei offiziellen Terminen und Reisen und ist für die Berichterstattung aus nächster Nähe unverzichtbar. Wer nicht dabei ist, verliert den direkten Zugang zu Informationen und Ereignissen.

Die genauen Umstände der Frage und der Reaktion aus dem Umfeld des Präsidenten sind bislang nur in Umrissen bekannt. Klar ist jedoch, dass der Ausschluss nicht auf einer formalen Entscheidung der zuständigen Pressestelle beruht, sondern als direkte Reaktion auf die unerwünschte Nachfrage gewertet wird. Der «Independent» hat den Vorgang öffentlich gemacht und damit eine Debatte über den Umgang der US-Regierung mit kritischen Medien ausgelöst.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Konflikten zwischen dem Weißen Haus und der Presse ein. Seit dem Amtsantritt Trumps haben sich die Beziehungen zu vielen Medienhäusern deutlich verschlechtert. Immer wieder wurden Journalisten von Veranstaltungen ausgeschlossen, Fragen als «unfair» zurückgewiesen oder Berichte als «Fake News» diffamiert. Der aktuelle Vorfall dürfte die Diskussion über Pressefreiheit und den Zugang von Journalisten zu Regierungsinformationen weiter befeuern.

Für den «Independent» ist der Ausschluss ein Rückschlag, aber auch ein Thema, das das Blatt nun selbst aufgreift. Der Reporter, der den Zugang verliert, war offenbar regelmäßig im Pressepool vertreten und berichtete aus dem Umfeld des Präsidenten. Wie lange der Ausschluss gilt und ob er aufgehoben wird, ist unklar. Das Weiße Haus hat sich zu dem Vorgang bislang nicht ausführlich geäußert.

Der Vorfall macht deutlich, wie sehr die Berichterstattung über den US-Präsidenten von der Gunst des Weißen Hauses abhängen kann. Der Pressepool ist ein zentrales Instrument der amerikanischen Medienarbeit: Er ermöglicht ausgewählten Journalisten den Zugang zu Terminen, die für die Allgemeinheit nicht zugänglich sind. Wer ausgeschlossen wird, verliert nicht nur Informationen, sondern auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Missstände aufzudecken.

Beobachter sehen in dem Ausschluss ein weiteres Zeichen für den zunehmend rauen Ton zwischen der Regierung und der Presse. Die Frage nach einer Initiative des Präsidenten war offenbar nicht als Angriff gemeint, sondern Teil der üblichen journalistischen Arbeit. Dass sie zu einem solchen Schritt führte, dürfte die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen.

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Niklas Gerhardt

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Politischer Korrespondent

Niklas Gerhardt berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.