Nach dem Brand in einer polnischen Bodenstation des Satellitenbetreibers Starlink sind in Deutschland zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Das gab die polnische Regierung bekannt. Regierungschef Donald Tusk bezeichnete den Vorfall als «Akt hybrider Kriegsführung» und machte Russland für die Urheberschaft verantwortlich.

Die beiden Festgenommenen sind nach Angaben aus Warschau türkische Staatsbürger. Sie sollen im Auftrag Polens gehandelt haben – eine Formulierung, die in der Berichterstattung zunächst für Verwirrung sorgte, da sie sich auf den Auftraggeber der Festnahme bezieht, nicht auf den Auftraggeber der Tat. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Brandes dauern an.

Die betroffene Starlink-Bodenstation befindet sich in Polen und leitet auch Internetdaten in die Ukraine weiter. Der Brand hatte daher nicht nur für den polnischen Betreiber, sondern auch für die ukrainische Infrastruktur Bedeutung. Die Anlage ist Teil des Satellitennetzwerks von Starlink, das in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs eine wichtige Rolle für die Kommunikation spielt.

Der Vorfall ereignete sich bereits Ende September. Die polnische Regierung hatte zunächst keine Angaben zu möglichen Tätern gemacht. Nun meldete Warschau den Fahndungserfolg in Deutschland. Die Festnahmen wurden von den deutschen Behörden bislang nicht offiziell bestätigt.

Die polnische Regierung sieht in dem Brand einen gezielten Angriff auf kritische Infrastruktur. Tusk sprach von einem «Akt hybrider Kriegsführung» und stellte damit einen Zusammenhang zu russischen Aktivitäten her. Polen ist als Nachbarland der Ukraine und als wichtiger Unterstützer Kiews seit Beginn des Krieges wiederholt Ziel hybrider Angriffe geworden.

Die Festnahmen in Deutschland sind ein ungewöhnlicher Vorgang. Sie deuten darauf hin, dass die Ermittlungen über die Grenzen Polens hinausgehen und die deutschen Sicherheitsbehörden eingebunden sind. Über die genauen Umstände der Festnahme und den Aufenthaltsort der Verdächtigen ist bislang nichts bekannt.

Der Kreml hat unterdessen die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Energie-Waffenruhe nicht bestätigt. Das teilte das russische Präsidialamt mit. Die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur dauern unterdessen an. In der Ukraine wurden erneut Ziele im Energiesektor attackiert, was die Versorgungslage weiter verschärft.

Die Ukraine ist auf eine funktionierende Internetverbindung auch für militärische und zivile Kommunikation angewiesen. Starlink-Anlagen sind daher ein sensibles Ziel. Der Brand in Polen zeigt, wie weitreichend die Auswirkungen hybrider Angriffe sein können – sie treffen nicht nur das unmittelbare Ziel, sondern auch verbündete Staaten und deren Infrastruktur.

Die polnischen Behörden haben keine weiteren Details zu den Festgenommenen genannt. Es ist unklar, ob sie der Sabotage oder anderer Straftaten beschuldigt werden. Die Ermittlungen zu dem Brand und möglichen Hintermännern laufen weiter. Die deutsche Bundesanwaltschaft hat sich bislang nicht geäußert.

Der Vorfall fällt in eine Phase verstärkter Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Polen und Deutschland sind beide Mitglieder der NATO und unterstützen die Ukraine. Die Festnahmen in Deutschland könnten die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in Europa weiter intensivieren.

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Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.