Bei einem erneuten Angriff auf den internationalen Flughafen King Chalid in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde mindestens zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden. Einige der Verletzten schwebten am Morgen in Lebensgefahr. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz für die Attacke verantwortlich. Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein «regelrechtes Kriegsverbrechen», schrieb der Sprecher des Bündnisses, Turki al-Maliki, auf der Plattform X und kündigte eine entschiedene Reaktion an. Der Flughafenbetrieb wurde wegen der erneuten Attacke am Samstag vorübergehend eingestellt.

Unter den Todesopfern sind nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde vier saudische Staatsangehörige und zwei Menschen aus Bangladesch. Jeweils eine Person stammte aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und den palästinensischen Gebieten. Der internationale Flughafen King Chalid war bereits am Donnerstag angegriffen worden, damals kamen drei saudische Staatsangehörige ums Leben. Die Huthi hatten sich zu den Angriffen bekannt. Zu der erneuten Attacke vom Samstag gab es von der Rebellengruppe zunächst kein Bekennerschreiben.

US-Präsident Donald Trump erklärte kurz nach der Attacke, er prüfe, ob sich die USA den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschließen sollten. «Vielleicht. Wir werden uns das anschauen», zitierte ihn der Sender CBS News. US-Außenminister Marco Rubio verurteilte die jüngsten Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien «auf das Schärfste». «Diese verwerflichen Angriffe zeugen von einer eklatanten Missachtung des Lebens unschuldiger Zivilisten. Sie müssen sofort aufhören», schrieb Rubio auf X. Die USA stünden an der Seite Saudi-Arabiens, fügte er hinzu.

Die US-Botschaft in Saudi-Arabien rief alle US-Bürger in dem Königreich dringend auf, den internationalen Flughafen King Chalid sowie die umliegenden Gebiete zu meiden. Mitarbeiter der US-Regierung benötigten eine Sondergenehmigung für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda und Dammam, teilte die Botschaft mit und riet zu äußerster Vorsicht bei der Nutzung aller größeren Flughäfen in dem Land.

Die Huthi-Miliz hatte zuletzt ihre Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien verstärkt und sich auch zu Anschlägen mit ballistischen Raketen auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen bekannt. Die Huthi-Rebellen warfen Saudi-Arabien zugleich vor, den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida sowie weitere Gebiete aus der Luft angegriffen zu haben. Die Flughäfen von Riad sowie Abha im Südwesten des Jemens waren erst im Verlaufe dieser Woche von den Huthi angegriffen worden. Dabei wurden nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörden drei Menschen getötet.

Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Jemens. Saudi-Arabien fliegt dabei immer wieder auch Luftangriffe in dem Nachbarland. Am vergangenen Wochenende hatte die jemenitische Regierung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete angekündigt. Die Huthi konnten zuletzt strategisch wichtige Gebiete für sich gewinnen. Die jüngste Eskalation markiert eine weitere Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat.

Zum zentralen Konfliktpunkt in dem Krieg zwischen Teheran und Washington ist die Straße von Hormus geworden. Dort wurde nun erneut ein Tanker angegriffen. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es sei ein Feuer ausgebrochen, die Besatzung sei den Angaben nach aber in Sicherheit. Das Ausmaß der Schäden sei noch unklar. Auch wer für die Attacke verantwortlich war, ist noch ungewiss. Der Iran blockiert seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr in der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Meerenge.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.