Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Lars Castellucci, hat anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe die weltweite Abschaffung der Todesstrafe gefordert. Die Todesstrafe sei mit der Würde des Menschen unvereinbar, erklärte der SPD-Politiker. Damit bekräftigt die Bundesregierung ihre ablehnende Haltung gegenüber der Todesstrafe und drängt auf ein internationales Ende dieser Praxis.
Die Forderung fällt auf den Welttag gegen die Todesstrafe, der jedes Jahr am 10. Oktober begangen wird. Dieser Tag erinnert an die Opfer staatlicher Hinrichtungen und soll das Bewusstsein für die anhaltende Praxis in vielen Ländern schärfen. Castellucci nutzte den Anlass, um die deutsche Position klar zu formulieren: Die Todesstrafe verletze grundlegende Menschenrechte und habe in einem modernen Rechtsstaat keinen Platz.
Die Zahl der weltweit vollstreckten Todesurteile bleibt hoch. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen über 2.700 Menschen hingerichtet. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in den Vereinigten Staaten, wo die Zahl der Hinrichtungen zuletzt zugenommen hat. In einigen Bundesstaaten werden wieder verstärkt Todesurteile vollstreckt, was international kritisiert wird.
Deutschland gehört zu den Staaten, die die Todesstrafe abgeschafft haben und sich auf internationaler Ebene für deren weltweite Ächtung einsetzen. Die Bundesregierung unterstützt entsprechende Resolutionen der Vereinten Nationen und arbeitet mit Partnerländern sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen, um auf die Abschaffung hinzuwirken. Der Menschenrechtsbeauftragte ist dabei eine zentrale Stimme der deutschen Außenpolitik.
Die Forderung nach einem weltweiten Ende der Todesstrafe stößt jedoch nicht überall auf Zustimmung. In Ländern wie China, Iran, Saudi-Arabien oder Ägypten werden weiterhin zahlreiche Menschen hingerichtet. Auch in den USA ist die Debatte stark polarisiert. Befürworter argumentieren mit Vergeltung und Abschreckung, während Gegner auf die Unumkehrbarkeit von Fehlurteilen und die Verletzung der Menschenwürde verweisen.
Castellucci betonte, dass die Abschaffung der Todesstrafe ein langfristiges Ziel bleibe, das nur durch internationale Zusammenarbeit und beharrliche Diplomatie erreicht werden könne. Der Welttag gegen die Todesstrafe sei ein wichtiger Anlass, um den Druck auf Staaten aufrechtzuerhalten, die noch an dieser Strafe festhalten. Die Bundesregierung werde sich weiterhin für eine Welt ohne Todesstrafe einsetzen.
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