Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist überraschend nach China gereist. Er besuchte die chinesische Grenzstadt Dandong, die unmittelbar an der Grenze zu Nordkorea liegt. Nach Angaben mehrerer Berichte reiste er über eine neue Grenzbrücke ein, die beide Länder miteinander verbindet.
Die Brücke war nur wenige Wochen vor dem Besuch feierlich eingeweiht worden. Ihre Eröffnung markierte einen weiteren Schritt beim Ausbau der Verbindungen zwischen Peking und Pjöngjang an ihrer gemeinsamen Grenze. Dass Kim Jong Un gerade diese Verbindung für seine Reise nutzte, unterstreicht die Bedeutung des Übergangs für die bilateralen Beziehungen. Kim Jong Un verlässt Nordkorea nur selten, Auslandsreisen des Machthabers gelten als außergewöhnlich und werden meist kurzfristig angekündigt oder gar nicht öffentlich gemacht.
Der Zeitpunkt des Besuchs ist kein Zufall. Er fiel auf einen historischen Jahrestag im Koreakrieg, und zwar auf den Jahrestag des Eintritts Chinas in diesen Krieg. Die Wahl dieses Datums verleiht dem Besuch eine symbolische Dimension. Beobachter deuten sie im Zusammenhang mit der jahrzehntelangen Waffenbrüderschaft zwischen Peking und Pjöngjang, die bis heute das Verhältnis beider Staaten prägt.
Dandong gilt seit Langem als wichtigster Handelsknotenpunkt zwischen China und Nordkorea. Ein großer Teil des Warenverkehrs zwischen den beiden Ländern läuft über diese Grenzstadt, und die neue Brücke soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter vereinfachen. Ob bei dem Besuch konkrete Abkommen besprochen oder unterzeichnet wurden, lässt sich den vorliegenden Berichten nicht entnehmen.
Die Reise sorgt in der Region für Aufmerksamkeit. Sie zeigt, dass der Austausch zwischen den beiden Staaten trotz internationaler Sanktionen gegen Nordkorea auf hoher Ebene weitergeht. Weitere Stellungnahmen der chinesischen oder nordkoreanischen Regierung zu dem Besuch lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.
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