Japan hat mit deutscher Unterstützung eine Raumsonde zu den Monden des Mars geschickt. Die Mission «Martian Moons eXploration» (MMX) der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa startete am Dienstag um 04.41 Uhr Ortszeit (21.41 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Tanegashima an Bord einer H3-Trägerrakete. Ziel ist es, erstmals Material aus der Marsregion zur Erde zu bringen und die Entstehung der beiden Trabanten Phobos und Deimos zu klären.

Nach einer rund einjährigen Reise soll die Sonde voraussichtlich ab August kommenden Jahres den Marsmond Phobos umkreisen, auf ihm landen und mindestens zehn Gramm Bodenproben sammeln. Für die Erkundung ist der Rover «Idefix» vorgesehen, benannt nach dem kleinen Hund des Comic-Helden Obelix. Der Leiter der Mission, Yasuhiro Kawakatsu, bezeichnete die geplante Probenentnahme auf Phobos als «Weltpremiere». Zudem sei MMX die erste Raummission, bei der es einen Hinflug zum Mars und einen Rückflug zur Erde gebe. Die Kapsel mit den Gesteinsproben soll 2031 in Australien landen.

Der Rover «Idefix» wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelt und gebaut. Das DLR ist nach eigenen Angaben mit sechs Instituten und Einrichtungen an fünf Standorten beteiligt. Das Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen hat die Gesamtprojektleitung inne und konzipierte gemeinsam mit dem Institut für Raumfahrtsysteme das Systemengineering. Zudem entwickelte das Institut eine Software, die den Rover auf der Phobos-Oberfläche autonom navigieren soll. Die wissenschaftliche Leitung für den Rover liegt beim Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln zusammen mit der Université Côte d’Azur. Die Kontrollzentren für «Idefix» befinden sich in Köln und bei der CNES in Toulouse.

Der Start der Mission wurde in Oberpfaffenhofen live übertragen. DLR-Vorstandschefin Anke Kaysser-Pyzalla sprach von einem großen technischen Abenteuer. Allein die Landung von «Idefix» auf Phobos – die erste überhaupt – sei risikoreich und herausfordernd. Die Wissenschaft erhofft sich Erkenntnisse darüber, wie Phobos aussieht, wie er zusammengesetzt ist und wie er entstanden ist. Der Mini-Rover soll die unbemannte Landung des Mutterraumschiffs vorbereiten. Vorgesehen ist, dass die Sonde den Rover aus etwa 40 bis 100 Metern Höhe absetzt.

Für die Entstehung der Marsmonde gibt es zwei Theorien: Die «Großer-Einschlag-Hypothese» geht davon aus, dass die Monde durch die Kollision eines großen Himmelskörpers mit dem Mars entstanden sind. Die Einfangtheorie besagt, dass es sich eigentlich um Asteroiden handelt, die durch die Schwerkraft des Planeten eingefangen wurden. Ein weiterer Teil der Mission ist die Beobachtung von Deimos, eine Landung dort ist jedoch nicht geplant.

Die MMX-Mission soll außerdem zeigen, ob Phobos als eine Art «natürliche Raumstation» genutzt werden kann. Für eine spätere bemannte Erforschung des Roten Planeten, wie sie SpaceX-Chef Elon Musk langfristig plant, wäre das von wesentlicher Bedeutung. Japan arbeitet bei der Mission mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der US-Raumfahrtbehörde Nasa zusammen.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.