Der Hurrikan «Isaias» hat im Süden der USA mindestens drei Menschen das Leben gekostet. Zwei Personen wurden nach Angaben der Behörden von umstürzenden Bäumen erschlagen, eine in der Nähe von Pensacola im Bundesstaat Florida und eine in Birmingham in Alabama. Wie der Fernsehsender CNN berichtete, war in Florida zudem ein Mann tot aufgefunden worden, der in seiner Garage einen Generator betrieben hatte. Die genaue Zahl der Todesopfer blieb zunächst unklar, da unterschiedliche Stellen von drei oder vier Toten sprachen.
«Isaias» war am Freitag als Hurrikan der Kategorie 2 nahe der Küstenstadt Destin in Florida auf Land getroffen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometern pro Stunde erreichte er die zweite Stufe der fünfstufigen Hurrikan-Skala. Der heftige Wind deckte Dächer ab und riss Strommasten um. Nach Angaben der Webseite Poweroutage waren am Samstag mehr als 600.000 Haushalte ohne Strom. Für mehrere Küstenorte galten Evakuierungsanordnungen, und neben Florida riefen auch Alabama und weitere Bundesstaaten am Golf von Mexiko den Notstand aus.
Das US-Hurrikan-Zentrum NHC warnte vor einem «lebensbedrohlichen Sturm», der wegen heftiger Regenfälle auch weiter im Landesinneren Sturzfluten und Erdrutsche verursachen könne, etwa in den südlichen Appalachen. In einigen Gebieten musste mit bis zu 25 Zentimetern Regen gerechnet werden. Über Land schwächte sich der Sturm rasch ab und wurde von den Behörden nur noch als posttropischer Wirbelsturm eingestuft. Auf seinem Weg über Alabama und Tennessee bis nach Ohio sollte er weiter an Stärke verlieren.
Floridas Gouverneur Ron DeSantis warnte dennoch, dass die Hochwassergefahr aufgrund steigender Flusspegel noch nicht gebannt sei. «Seien Sie da draußen einfach vorsichtig», sagte er bei einer Pressekonferenz. «Abgerissene Stromleitungen, stehendes Wasser – all das kann sehr, sehr gefährlich sein. Betreiben Sie keine Generatoren in Ihrem Haus oder in Ihrer Garage», fügte DeSantis hinzu. Der Fall des Mannes, der in seiner Garage einen Generator betrieben hatte, unterstreicht diese Warnung.
«Isaias» war der erste Hurrikan der diesjährigen Atlantik-Saison, die wegen des Klimaphänomens El Niño außergewöhnlich spät beginnt. Im Pazifik gab es bereits mehrere Hurrikans, darunter «Polo», der Ende September als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 die Küste Mexikos traf. Mexiko bereitet sich inzwischen auf den Tropensturm «Simon» vor, der den NHC-Vorhersagen zufolge am Samstagabend oder frühen Sonntagmorgen Ortszeit als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4 die mexikanische Pazifikküste treffen wird. Bedroht ist vor allem der Bundesstaat Jalisco mit dem beliebten Urlaubsort Puerto Vallarta. Auch andere Küstenstaaten haben wegen befürchteter heftiger Regenfälle bereits Schulschließungen und Evakuierungen angeordnet.
Die Behörden in den betroffenen Regionen der USA riefen die Bevölkerung dazu auf, sich von überfluteten Straßen und beschädigten Stromleitungen fernzuhalten. Die Aufräumarbeiten dürften sich über mehrere Tage hinziehen, da vielerorts Bäume und Strommasten umgestürzt sind. Ob die Evakuierungsanordnungen bald aufgehoben werden können, hängt von der weiteren Entwicklung der Flusspegel ab.
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