Auf dem kanadischen Militärstützpunkt Wainwright in der Provinz Alberta hat sich ein schwerer Zwischenfall ereignet, bei dem Menschen getötet und verletzt wurden. Verteidigungsminister David McGuinty bestätigte die Opfer am Samstag in Ottawa, nannte jedoch keine genaue Zahl und machte keine Angaben zur Ursache. Der Vorfall löste zudem ein Großfeuer aus, das nach seinen Worten am Samstagabend noch immer wütete. McGuinty sprach von einer «tragischen» Lage und erklärte, er könne sich an kein derartiges Ereignis in jüngster Zeit erinnern. Die Situation sei «sehr angespannt und heikel».

Die Regierung mobilisiere für den Einsatz alle nötigen Ressourcen, sagte der Minister. Man arbeite daran, zu klären, was genau am Samstag auf dem Stützpunkt passiert sei. Weitere Informationen würden in den kommenden Stunden und Tagen folgen, sobald gesicherte Erkenntnisse vorlägen. Der Stützpunkt Wainwright liegt rund 210 Kilometer östlich von Edmonton und zählt zu den meistgenutzten Armeestützpunkten Kanadas. Das Feuer hatte nach Angaben der örtlichen Behörden den Zaun des Geländes übersprungen und sich auf ein angrenzendes Gebiet ausgebreitet. Starke Winde hätten die Ausbreitung über die Basis hinaus begünstigt, hieß es in sozialen Medien. Evakuierungsanordnungen wurden bislang jedoch nicht erlassen.

Premierminister Mark Carney teilte auf der Plattform X mit, die Regierung arbeite eng mit der Provinz Alberta und den lokalen Behörden zusammen. «Unsere Gedanken sind bei all den tapferen Frauen und Männern, die betroffen sind», schrieb Carney. Auch die Ministerpräsidentin von Alberta, Danielle Smith, äußerte sich in sozialen Medien und erklärte, dass «viele unserer tapferen Militärangehörigen» von dem Feuer betroffen seien. Das kanadische Militär und die Bundespolizei haben Untersuchungen zum Hergang des Zwischenfalls eingeleitet. Zur Ursache des Feuers schweigen die Behörden bislang.

Der Vorfall ereignet sich kurz vor einer Abstimmung am Montag, bei der die Bevölkerung der ölreichen Provinz Alberta darüber entscheiden soll, ob sie weiterhin ein Teil Kanadas bleiben will. Entscheiden sich die Wahlberechtigten dagegen, soll ein weiteres, dann bindendes Referendum über eine Abspaltung folgen. Ob der Zwischenfall auf dem Stützpunkt mit dieser Abstimmung in Zusammenhang steht, ist unklar. Die Behörden haben dazu keine Angaben gemacht. Der Stützpunkt Wainwright ist einer der wichtigsten Standorte der kanadischen Streitkräfte und wird regelmäßig für Übungen und Einsätze genutzt.

Die genaue Zahl der Todesopfer und Verletzten ist weiterhin unbekannt. Auch zur Identität der Betroffenen machte der Verteidigungsminister keine Angaben. Die Regierung stehe in engem Austausch mit den zuständigen Stellen, um die Lage aufzuklären. McGuinty betonte, man werde die Öffentlichkeit über gesicherte Erkenntnisse informieren, sobald diese vorlägen. Bis dahin gelten die Untersuchungen als laufend. Die Behörden vor Ort beobachten die Situation weiterhin aufmerksam, insbesondere im Hinblick auf die Ausbreitung des Feuers und mögliche weitere Gefahren für die umliegenden Gebiete.

14Aufrufe

Sebastian Mertens

Autor

Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.