Die Europäische Union setzt ihre Unterstützung für die Ukraine fort. Bei einem Gipfeltreffen in Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am Freitag weitere Hilfen zugesagt und die Aufrechterhaltung der Sanktionen gegen Russland bekräftigt. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit.

An dem Treffen nimmt auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Die Beratungen in Brüssel stehen im Zeichen der anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine und der Frage, wie die EU Kiew langfristig unterstützen kann. Von der Leyen sagte weitere Hilfen zu und betonte, dass die Sanktionen gegen Russland bestehen bleiben.

Die Zusagen der EU-Staats- und Regierungschefs fallen in eine Phase, in der die humanitäre Lage in der Ukraine angespannt bleibt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) könnten in diesem Winter Millionen Ukrainer erneut vertrieben werden. Viele Menschen, die nach ihrer Flucht in ihre Heimat zurückgekehrt sind, sehen sich mit beschädigten Wohnungen, wiederholten Angriffen auf die Energieinfrastruktur und unerschwinglichen Heizkosten konfrontiert. Der IOM-Regionaldirektor für Europa und Zentralasien, Arthur Erken, erklärte, für Millionen Menschen stelle sich «nicht mehr nur die Frage, ob sie nach Hause zurückkehren können, sondern ob sie dort sicher bleiben können».

Fast 3,6 Millionen Menschen sind laut IOM weiterhin innerhalb der Ukraine vertrieben. Etwa 3,8 Millionen sind seit Kriegsbeginn im Februar 2022 an ihren Wohnort zurückgekehrt. Rund 1,45 Millionen von ihnen leben in Gebieten nahe der Frontlinie, darunter 565.000 in der Region Charkiw. Die Absicht, erneut aufzubrechen, sei bei den in den vergangenen drei Monaten Zurückgekehrten am höchsten, so die Organisation.

Die militärische Lage bleibt angespannt. In der Nacht zum Freitag haben russische Drohnen nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, Industrie- und Lageranlagen getroffen und einen Brand ausgelöst. Ein Mann wurde verletzt. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew und ihrem Umland sind nach einem russischen Angriff auf ein Objekt der kritischen Energieinfrastruktur Teile der Bevölkerung ohne Strom. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete zudem niedrigen Wasserdruck in mehreren Stadtteilen.

Unterdessen hat Bulgarien nach Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Mittelmeer eine Verstärkung der Nato gefordert. Verteidigungsminister Dimitar Stojanow erklärte, man benötige Kampfflugzeuge, Seeüberwachungsflugzeuge, Luftverteidigungsraketensysteme, Anti-Drohnen-Systeme sowie zusätzliche alliierte Truppen und eine stärkere Nato-Präsenz. Zudem strebe man gemeinsam mit Rumänien eine koordinierte Reaktion an. Die Nato hat bisher nicht reagiert. Zuvor waren innerhalb von etwa zwölf Stunden zwei Tanker nahe der rumänischen Schwarzmeerküste von Drohnen getroffen worden.

US-Präsident Donald Trump hat unterdessen die Wiederaufnahme ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien scharf kritisiert. «Ich halte das für eine Schande», sagte Trump dem Sender Newsmax. Durch die Attacken würden die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben. Trump bekräftigte seine Kritik an Selenskyj und warf ihm vor, weniger Verhandlungsbereitschaft zu zeigen als Kremlchef Wladimir Putin. Der Krieg müsse bald enden, betonte Trump.

In Lettland sind bewaffnete Männer auf Nato-Gebiet eingedrungen. Die Armee spricht von einer hybriden Bedrohung. Die Hintergründe sind unklar. In Sankt Petersburg hat ein Drohnenangriff den Flughafenbetrieb zeitweise lahmgelegt. Mehrere Flugzeuge mussten Warteschleifen fliegen. Finnland hat den Luftverkehr über dem östlichen Golf von Finnland eingeschränkt. Eine offizielle Bestätigung des Angriffs oder möglicher Schäden steht noch aus.

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Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.