Eine Drohne ist in den Luftraum Litauens eingedrungen und im Norden des baltischen EU- und Nato-Landes abgestürzt. Nach Angaben von Verteidigungsminister Robertas Kaunas kam der unbemannte Flugkörper vermutlich aus dem benachbarten Polen. Trümmerteile beschädigten bei dem Vorfall ein fahrendes ziviles Fahrzeug. Verletzt wurde niemand, wie der Leiter des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, im litauischen Radio mitteilte.

Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen im Norden Litauens über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert. Auch im benachbarten Lettland wurden Bewohner angrenzender Gebiete gewarnt. Nato-Kampfjets stiegen auf, um das Flugobjekt zu identifizieren. Aufgrund der Wetterbedingungen war jedoch kein Sichtkontakt möglich, erklärte Minister Kaunas. Ein Nato-Vertreter bestätigte, dass zwei italienische Eurofighter unter Nato-Kommando über litauischem Luftraum im Einsatz waren. Die Untersuchung läuft, die Nato stehe in engem Kontakt mit den litauischen Behörden.

Nach Angaben von Vitkauskas wurden bereits einige Trümmer und Teile des Flugobjekts gefunden. Ob die Drohne Sprengstoff enthielt, ist noch unklar. Kaunas sagte, er habe Polen eine gemeinsame Untersuchung des Vorfalls vorgeschlagen. Im Zuge des Ukraine-Kriegs hat es in Litauen sowie in den beiden anderen baltischen Staaten Estland und Lettland bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen gegeben.

Unterdessen setzte Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine fort. Bei Attacken auf die Stadt Saporischschja im Südosten des Landes wurde nach Angaben der Militärverwaltung eine Frau getötet und eine weitere Frau sowie ein kleines Mädchen verletzt. Zwei Mehrfamilienhäuser, 18 Autos und eine Bildungseinrichtung wurden beschädigt. Zum eingesetzten Waffentyp machten die Behörden keine Angaben. In der zentralukrainischen Großstadt Poltawa gab es nach Behördenangaben ebenfalls Drohnenangriffe. Eine Frau sei getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, teilte Militärverwaltungschef Witalij Djakiwnytsch mit. Neun Wohnhäuser wurden demnach beschädigt, teils durch abgestürzte Drohnentrümmer.

In der westukrainischen Region Winnyzja führten russische Drohnenangriffe auf die kritische Infrastruktur zu Stromausfällen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär insgesamt 180 Kampfdrohnen ein, von denen 152 abgefangen werden konnten. Einschläge gab es an 20 Orten.

Die russischen Behörden meldeten zugleich einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Sankt Petersburg. Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, schrieb, 126 Drohnen seien abgeschossen worden. Trümmer stürzten auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen und verursachten Stromausfälle. Der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, teilte mit, der Angriff habe ein Feuer im Sankt Petersburger Öllager ausgelöst, das bereits im Juni getroffen worden war. Aus Sicherheitsgründen wurde der Betrieb am Flughafen Pulkowo eingeschränkt, Passagiere und Mitarbeiter wurden an sichere Orte gebracht. Auch ein Rechenzentrum sei Ziel von Angriffen geworden. Ukrainische Medienberichte, wonach Videos einen Treffer auf einer achtspurigen Brücke in Sankt Petersburg zeigten, bestätigte die russische Seite zunächst nicht.

US-Präsident Donald Trump will die ausgesetzten Sanktionen gegen Russland bis zu 60 Tage lang prüfen. In dieser Zeit sollten die wirtschaftlichen Auswirkungen bewertet werden, sagte Außenminister Marco Rubio. Trump selbst erklärte, er habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Er hatte die Sanktionen und Zölle am Freitag angesichts hoher Energiepreise ausgesetzt.

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Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.