Der FC Bayern München muss im Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger ohne Kapitän Manuel Neuer auskommen. Trainer Vincent Kompany erklärte am Vorabend der Partie, der Torhüter habe «etwas am Fuß gespürt». Die Entscheidung sei «rein medizinisch», betonte der Coach. Neuer hatte beim 2:2 in der Bundesliga gegen den FC Augsburg gepatzt und das schnellste Gegentor der Bundesliga-Geschichte kassiert. Mit der Leistung habe der Wechsel aber nichts zu tun, stellte Sportvorstand Max Eberl klar: Es gebe «gar keine Zweifel an Manu».

Für Neuer rückt Jonas Urbig zwischen die Pfosten. Der 23-Jährige bestreitet damit sein drittes Pflichtspiel in dieser Saison. Urbig war zuletzt unter Bundestrainer Jürgen Klopp zum Nationalspieler aufgestiegen. Kompany lobte die Entwicklung des jungen Torwarts: «Wir sind im Plan – die Minuten, die wir ihm geben wollten für seine Entwicklung, hat er bekommen. Er hat ein Pokalfinale gespielt, mehrere Champions-League-Spiele. Dass er jetzt Nationalmannschaft spielt, ist eine Folge dieser Entwicklung.» Urbig soll als Nachfolger von Neuer aufgebaut werden, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

Ob Neuer überhaupt im Kader steht, ließ Kompany offen. «Ob er im Kader steht, das weiß ich nicht. Von Anfang an? Wahrscheinlich nicht. Dann schauen wir weiter», sagte der Trainer. Er wolle es nicht als Verletzung bezeichnen, aber man werde kein unnötiges Risiko eingehen. Ursprünglich hatte man gedacht, Neuer könne in Stavanger trainieren, weshalb der Routinier mit nach Norwegen flog. Dritter Torhüter ist Sven Ulreich.

Die Torwartfrage war nach dem Patzer von Augsburg stärker in den Fokus gerückt. Neuer selbst hatte nach dem Spiel «eine Vorahnung» geäußert, wer im Tor stehen würde, von seiner Blessur aber nichts verraten. Die Mitspieler sehen die Situation gelassen. Verteidiger Jonathan Tah sagte: «Es ist natürlich etwas ganz Besonderes, mit Manu auf dem Platz zu stehen. Seine Ausstrahlung, die Sicherheit, die er uns gibt, ist was ganz Besonderes.» Für Urbig gelte: «Jonas muss nicht werden wie Manuel Neuer, aber natürlich kann er sehr viel von ihm lernen und hat auch diese gewisse Ausstrahlung, dieses Selbstvertrauen, wenn er hinten drinsteht.»

Die Partie bei Viking Stavanger findet am Dienstag um 21.00 Uhr statt und wird auf Prime Video übertragen. Für die Münchner ist es das erste Pflichtspiel auf Kunstrasen seit dem 22. November 2006, als man bei Spartak Moskau 2:2 spielte. Wegen des ungewohnten Untergrunds reiste die Mannschaft früher als gewohnt nach Norwegen. Kompany änderte deshalb auch die Trainingsgestaltung. Sportvorstand Eberl sprach vor einem «vermeintlich exotischen» Königsklassen-Abend. Trotz der Umstände soll der Sieg her, um in der Ligaphase der Champions League wichtige Punkte zu sammeln.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.