München geht für Deutschland ins Rennen um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele. Die bayerische Landeshauptstadt setzte sich im internen Auswahlverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes gegen das konkurrierende Konzept Köln-Rhein-Ruhr durch und ist damit der offizielle deutsche Bewerber. Die Entscheidung fiel nach einem intensiven Wettstreit zwischen den beiden Regionen, die sich zuvor um die Gunst der Sportverbände und der politischen Entscheidungsträger bemüht hatten.

Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Wahl ausdrücklich. «Olympia gehört nach Deutschland», erklärte Merz und machte damit deutlich, dass die Bundesregierung das Vorhaben unterstützt. Auch die deutschen Sportverbände sprachen sich für die Bewerbung aus und werteten die Entscheidung als wichtigen Schritt für den deutschen Spitzensport. Die Freude über den Ausgang des Verfahrens war bei den Verantwortlichen in München groß. Reporter berichteten von ausgelassener Stimmung, von Umarmungen und Sekt, mit dem der Erfolg gefeiert wurde.

Für die unterlegene Region ist die Entscheidung dagegen ein herber Rückschlag. In Düsseldorf und im Rheinland ist die Enttäuschung groß. «Das hätten wir gewinnen können», lautete der Tenor aus Nordrhein-Westfalen, wo man auf die eigene Bewerbung große Hoffnungen gesetzt hatte. Die Stadt Düsseldorf will sich von der Niederlage im Olympia-Rennen jedoch nicht entmutigen lassen und weiterhin auf große Sportveranstaltungen setzen. Einige Events stehen bereits fest, sodass die Region ihre Rolle als Austragungsort für Sportereignisse auch ohne Olympische Spiele behaupten will.

Mit der Entscheidung für München endet die innerdeutsche Konkurrenz um die Kandidatur. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte beide Konzepte geprüft und schließlich der bayerischen Landeshauptstadt den Vorzug gegeben. München verfügt über Erfahrung mit der Ausrichtung großer Sportfeste: Die Stadt war bereits Schauplatz der Olympischen Sommerspiele 1972 und hat seitdem mehrfach internationale Wettkämpfe ausgerichtet. Diese Infrastruktur und die vorhandenen Sportstätten dürften bei der Bewertung eine Rolle gespielt haben.

Die Bewerbung umfasst ausdrücklich sowohl die Olympischen als auch die Paralympischen Spiele. Damit trägt das deutsche Konzept dem Anspruch Rechnung, sportliche Großveranstaltungen inklusiv zu gestalten. Der DOSB und die beteiligten Verbände hatten mehrfach betont, dass eine Bewerbung nur mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung und nachhaltiger Planung Erfolg haben könne.

Für München beginnt nun die nächste Phase des Verfahrens. Die Bewerbung muss im internationalen Wettbewerb bestehen und die Zustimmung des Internationalen Olympischen Komitees gewinnen. Welche Städte und Länder sich ebenfalls um die Spiele bewerben, ist noch offen. Klar ist, dass die deutsche Kandidatur mit der Rückendeckung des Bundeskanzlers und der Sportverbände in diese Auseinandersetzung geht.

In der Region Südbaden und am Hochrhein dürfte die Entscheidung mit Interesse verfolgt werden. Große Sportveranstaltungen in Deutschland ziehen Aufmerksamkeit und Besucher aus dem ganzen Land an, und viele Sportvereine in Baden-Württemberg verfolgen die Entwicklung der deutschen Olympia-Pläne aufmerksam. Ob und in welchem Umfang die Spiele auch Auswirkungen auf den Südwesten hätten, ist derzeit noch nicht absehbar.

Die Entscheidung für München ist zunächst eine nationale Vorentscheidung. Ob Deutschland tatsächlich den Zuschlag für die Olympischen und Paralympischen Spiele erhält, entscheidet sich erst im weiteren Verfahren. Bis dahin bleibt die Bewerbung ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt, Land, Bund und Sportverbänden, das nun in die internationale Phase eintritt.

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Sebastian Mertens

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Wirtschaftsanalyst

Sebastian Mertens berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.