Papst Leo XIV. hat sich am Montag in der Gemelli-Klinik in Rom einer Operation an der Lunge unterzogen. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, entfernten die Ärzte dem 71-Jährigen einen Knoten aus dem Lungengewebe. Der Eingriff war erst zwei Tage zuvor öffentlich geworden: Am Sonntag hatte das Kirchenoberhaupt überraschend mitgeteilt, dass bei ihm ein Knoten in der Lunge entdeckt worden sei – in einem «sehr frühen Stadium» und «gut lokalisiert».
Der Papst traf in einem schwarzen Auto mit Polizeieskorte an der Klinik ein. Vor dem Gebäude im Nordwesten der italienischen Hauptstadt warteten zahlreiche Schaulustige auf ihn, auch im Inneren wurde er von vielen Menschen empfangen. Der erste US-Amerikaner an der Spitze der weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken winkte und lächelte zuversichtlich. Operiert wird Leo nach Angaben des Heiligen Stuhls von einem Ärzteteam unter der Leitung von Professor Stefano Margaritora.
Die Gemelli-Klinik gilt als «Klinik der Päpste». Auch Leos Vorgänger wurden dort behandelt, zuletzt Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr gestorben war. Zum Verlauf der Operation gab es vom Vatikan zunächst keine Angaben. Erwartet wird, dass noch am Abend ein ärztliches Bulletin veröffentlicht wird. Vatikan-Sprecher Matteo Bruni hatte vor dem Eingriff erklärt, der Papst brauche nach der Operation etwa eine Woche Erholung.
Mit der frühzeitigen Bekanntgabe seiner Erkrankung zeigte Leo eine für Päpste ungewöhnliche Offenheit im Umgang mit gesundheitlichen Problemen. Der Vatikan hielt den Gesundheitszustand der Kirchenoberhäupter früher streng unter Verschluss, solange die Leiden nicht offensichtlich waren – und manchmal auch dann noch. Bislang galt Leo als gesundheitlich fit; bekannt ist, dass er sich mit Tennis, Schwimmen und Gymnastik in Form hält.
Ein Knoten in der Lunge kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: zurückliegende Entzündungen oder Infekte, gutartige Wucherungen, aber auch Lungenkrebs oder Metastasen eines Tumors an anderer Stelle im Körper. Endgültige Klärung, ob ein Knoten gutartig oder bösartig ist, bringt oft erst eine Gewebeprobe. Viele zufällig entdeckte Knoten sind nicht krebsartig. Offiziell wurde nicht bekanntgegeben, welcher Art von Eingriff sich der Papst unterzieht. Bei der Entfernung eines einzelnen Lungenknotens sind ernste Komplikationen prinzipiell eher selten; das Risiko hängt aber auch davon ab, wie groß der Eingriff ist und wie gut Lunge und Herz funktionieren.
In der Gemelli-Klinik gibt es einen eigenen Trakt für Aufenthalte von Päpsten. Wegen Renovierungsarbeiten ist Leo Medienberichten zufolge jedoch nicht in dem dazugehörigen Papst-Zimmer untergebracht. Wegen des Krankenhausaufenthaltes wurden alle Audienzen des Papstes bis einschließlich 20. Oktober abgesagt. Damit entfällt auch ein Termin am Mittwoch zum Abschlussgottesdienst auf dem Petersplatz des internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie im Vatikan.
Für November steht für Leo eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Teil der Reise ist auch ein Besuch der Stadt Cusco in 3.400 Metern Höhe. Bei einigen Besuchern führt die Höhe zu Atemproblemen und zur Höhenkrankheit.
137

