Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, gibt sein Amt auf und wechselt im nächsten Jahr zur European Climate Foundation. Das teilte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) in einem Schreiben an die Belegschaft mit, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der «Spiegel» über die Entscheidung des 64-Jährigen berichtet.

«Mit Jochen Flasbarth verlässt ein Urgestein der deutschen Umwelt- und Klimapolitik unser Haus», schreibt Schneider. Flasbarth habe in den zurückliegenden Jahrzehnten «die deutsche, europäische und internationale Umwelt- und Klimapolitik auf einzigartige Weise geprägt» – unter anderem als Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), als Präsident des Umweltbundesamtes und als Staatssekretär im Bundesumweltministerium.

Das Amt des Staatssekretärs im Bundesumweltministerium hatte Flasbarth bereits von 2013 bis 2021 inne, bevor er bei der Regierungsbildung im Mai 2025 als Staatssekretär ins Bundesministerium für Umwelt, Klima, Naturschutz und nukleare Sicherheit zurückkehrte. In der Zwischenzeit arbeitete er als Staatssekretär im Entwicklungsministerium. Seine Nachfolge soll laut Schneider bereits im November Heike Henn übernehmen, die zurzeit die Abteilung für Internationale Klimapolitik im Ministerium leitet.

Die European Climate Foundation mit Hauptsitz in Den Haag gilt laut «Spiegel» als eine der weltweit wichtigsten Geldgeberinnen für klimapolitische Projekte. Im Jahr 2025 verfügte sie dem Bericht zufolge über ein Budget von fast 258 Millionen Euro. Der Wechsel Flasbarths zur Stiftung unterstreicht die enge Verflechtung zwischen staatlicher Klimapolitik und privaten Förderorganisationen.

Mit der Personalie endet vorerst eine Ära im Bundesumweltministerium. Flasbarth prägte über Jahre hinweg die deutsche Position in internationalen Klimaverhandlungen und war an zentralen umweltpolitischen Weichenstellungen beteiligt. Seine Nachfolgerin Heike Henn bringt als Leiterin der Abteilung für Internationale Klimapolitik bereits umfassende Erfahrung in genau jenem Feld mit, das künftig im Mittelpunkt der ministeriellen Arbeit stehen dürfte.

Die European Climate Foundation finanziert Projekte, die sich für eine beschleunigte Energiewende und die Einhaltung internationaler Klimaziele einsetzen. Mit Flasbarth gewinnt die Stiftung einen erfahrenen Akteur, der sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene über ein weitreichendes Netzwerk verfügt. Der Zeitpunkt des Wechsels fällt in eine Phase, in der die Umsetzung klimapolitischer Vorhaben in Deutschland und Europa intensiv diskutiert wird.

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Nora Dietrich

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Nachrichtenredakteurin

Nora Dietrich berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.