Die Sondierungsgespräche über eine gemeinsame Regierung in Berlin gehen weiter. Linke, Grüne und SPD wollen an diesem Donnerstag an den Verhandlungstisch zurückkehren, nachdem die Gespräche zuvor in einer Sackgasse gesteckt hatten. Das bestätigten übereinstimmende Angaben aus den beteiligten Parteien.

Die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sagte, alle «Missverständnisse» seien ausgeräumt. Damit scheint der Weg für die Fortsetzung der Verhandlungen frei. Ein zunächst für die kommende Woche angesetzter Termin wurde offenbar vorgezogen, sodass die nächste Runde bereits an diesem Donnerstag stattfinden soll.

Die Vereinbarung über den Kampf gegen Antisemitismus, auf die sich die drei Parteien zuvor verständigt hatten, gilt weiterhin. Sie bildet nach Angaben aus Verhandlungskreisen eine gemeinsame Grundlage für die weiteren Gespräche. Inhaltliche Details zu den strittigen Punkten, die zu der vorübergehenden Blockade geführt hatten, wurden zunächst nicht genannt.

Die Sondierungen in Berlin sind Teil der Regierungsbildung auf Landesebene. Linke, Grüne und SPD loten aus, ob sie eine gemeinsame Koalition bilden können. Nach dem vorübergehenden Stillstand hatte sich die Lage zuletzt wieder entspannt. Die Beteiligten zeigten sich nun zuversichtlich, die Verhandlungen konstruktiv fortzusetzen.

Unterdessen hat sich die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel in die politische Debatte eingeschaltet. Sie rief dazu auf, sich stärker für die Demokratie einzusetzen, und kritisierte die AfD deutlich. «Ich würde Deutschland denen nicht überlassen», sagte Merkel. Zugleich nahm sie die Linke in Schutz und grenzte sie von der AfD ab. Kompromisse enden für Merkel dort, wo Grundrechte und Menschenwürde angegriffen werden.

Merkels Äußerungen fallen in eine Phase, in der die politische Auseinandersetzung in Deutschland intensiv geführt wird. Die frühere Kanzlerin positionierte sich damit klar gegen die AfD und betonte die Bedeutung demokratischer Grundwerte. Ihre Aussagen könnten die laufenden Debatten über Koalitionsoptionen und den Umgang mit der AfD zusätzlich beeinflussen.

Aus der Union kam unterdessen ein Hinweis zur Finanzpolitik. Der CDU-Politiker Carsten Linnemann erklärte, der Zusatzbeitrag für die gesetzlichen Krankenkassen könne bis 2027 stabil bleiben. Damit griff er eine Frage auf, die viele Versicherte und Arbeitgeber beschäftigt. Konkrete Zahlen oder Berechnungen zu dieser Einschätzung wurden zunächst nicht genannt.

Die Fortsetzung der Sondierungsgespräche in Berlin dürfte in den kommenden Tagen weitere Klarheit darüber bringen, ob Linke, Grüne und SPD eine gemeinsame Regierung bilden können. Beobachter erwarten, dass nach der nächsten Gesprächsrunde erste Ergebnisse oder zumindest ein Zwischenstand mitgeteilt werden. Bis dahin bleiben die Inhalte der Verhandlungen weitgehend offen.

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Theresa Jungmann

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Theresa Jungmann berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.