Das Kehlsteinhaus am früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg bei Berchtesgaden ist in Flammen aufgegangen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde niemand verletzt, eine verdächtige Person wurde festgenommen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen.
Nach Polizeiangaben löste ein Rauchmelder des Gebäudes am Freitagabend gegen 21.50 Uhr Alarm aus. Die alarmierten Feuerwehren sahen beim Anfahren hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde schließlich der Vollbrand des Gebäudes festgestellt. Die Löscharbeiten liefen nach Angaben der Behörden „auf Hochtouren“. Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren waren im Einsatz, um den Brand in dem denkmalgeschützten Bauwerk unter Kontrolle zu bringen.
Die Anfahrt zu dem in 1834 Metern Höhe gelegenen Brandort gestaltete sich schwierig. Polizeisprecherin Lisa Maier sagte, man könne nur mit schwerem Atemschutz in das Gebäude hineingehen. Die Einsatzkräfte fanden im Inneren niemanden vor. Eine Wetterkamera mit Blick auf das Kehlsteinhaus zeigte das Ausmaß des Feuers. Die Polizei sperrte die Zufahrtsstraße zu dem Gebäude, wie eine Fotografin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Die Polizei teilte mit, dass die Fahndung und die Auswertung der Lage im Gange seien, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Zur Brandursache konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Maier erklärte, die kriminalpolizeilichen Ermittlungen laufen. Kurz nach Ausbruch des Feuers geriet nach Mitteilung der Polizei eine verdächtige Person in den Fokus der Ermittler und wurde vorläufig festgenommen. Ob sie mit dem Brand in Zusammenhang steht, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Boulevardzeitung „Bild“ berichtete unter Berufung auf Informationen, es bestehe der Verdacht auf Brandstiftung. Demnach sei den Beamten auf dem Weg zum Einsatzort ein Motorradfahrer entgegengekommen, der später festgenommen worden sei. Eine offizielle Bestätigung dieser Details lag zunächst nicht vor. Die Polizei kündigte für den Tag eine Pressekonferenz an, bei der weitere Angaben erwartet werden.
Das zwischen 1937 und 1938 erbaute Kehlsteinhaus war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg und sollte Adolf Hitler als Repräsentationsgebäude dienen. Den Zweiten Weltkrieg überstand es weitgehend unbeschadet. Seit 1952 wird es als Gaststätte genutzt, zudem erinnert eine Ausstellung an die Geschichte des Hauses und des Obersalzbergs. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, weshalb der Brand auch mit Blick auf den Erhalt des Bauwerks Gewicht hat.
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