Der britisch-französische Jurist und Autor Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung findet am Sonntag um 10.45 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt und bildet den Abschluss der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Der Stiftungsrat des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels würdigt damit Sands' vielfach preisgekröntes Wirken für Frieden, Gerechtigkeit und Völkerrecht.

In der Begründung heißt es, der 65-Jährige sei ein engagierter Autor und Humanist, der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintrete und um Gerechtigkeit und Verständigung ringe. Sands ist Experte für internationales Recht und wirkt unter anderem am Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 vergeben und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Intellektuelle im deutschen Kulturbetrieb.

Die Verleihung in der Paulskirche, einem historischen Ort der deutschen Demokratiegeschichte, unterstreicht die Bedeutung der Auszeichnung. Der Preis wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse überreicht, die als eine der wichtigsten internationalen Plattformen für Literatur und geistigen Austausch gilt. Mit der Ehrung von Philippe Sands setzt der Börsenverein ein Zeichen für die Verteidigung des Völkerrechts und der Menschenrechte in einer Zeit, in der diese Werte zunehmend unter Druck geraten.

Sands' Arbeit als Jurist und Autor verbindet rechtliche Analyse mit erzählerischer Kraft. Seine Bücher behandeln Themen wie die Nürnberger Prozesse, die Entstehung des Völkerrechts und die Verfolgung von Unrecht. Dabei gelingt es ihm, komplexe juristische Zusammenhänge einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Der Friedenspreis würdigt damit nicht nur sein juristisches Engagement, sondern auch seinen Beitrag zur öffentlichen Debatte über Gerechtigkeit und Verantwortung.

Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1950 jährlich vergeben. Zu den früheren Preisträgern zählen Persönlichkeiten wie Albert Schweitzer, Hermann Hesse, Hannah Arendt und zuletzt Salman Rushdie. Die Verleihung am Sonntag wird von einer Rede des Preisträgers begleitet und findet vor geladenen Gästen aus Kultur, Politik und Gesellschaft statt. Die Frankfurter Buchmesse endet mit dieser Zeremonie und zieht jedes Jahr hunderttausende Besucher aus aller Welt an.

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Niklas Gerhardt

Autor

Politischer Korrespondent

Niklas Gerhardt berichtet für Waldshut Zeitung über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.